Bei der Ellbogen-MRT entscheiden oft kleine Details darüber, ob zuverlässige Bilder entstehen. Eine Routineüberweisung, zumindest auf dem Papier: ein 57-jähriger Mann mit Ellenbogenschmerzen nach einem Tennismatch. Klingt einfach, bis Vorbereitung, Patientenkomfort und eine stabile Lagerung darüber entscheiden, ob die Bilder gelingen.
Manuel Conte
Radiologiefachperson für kardiale Bildgebung · Alliance Medical, London
Zehn Jahre Erfahrung in der MRT, von mobilen Einheiten im gesamten Vereinigten Königreich bis zu stationären Zentren. Teil der Fourier Crew bei Everything-MRI- und der Aiterm-Community.
Content
1. Wenn Routine auf die Realität trifft
2. Warum die Ellenbogen-MRT anspruchsvoller ist, als sie aussieht
3. Die ELLENBOGEN-MRT RICHTIG DURCHFÜHREN: VERSCHIEDENE SZENARIEN AUS DER KLINISCHEN PRAXIS
3.1 Mit der Unterarmlagerung beginnen
3.2 Szenario 1: 3-Tesla-MRT mit Kniespule
3.3 Szenario 2: 3-Tesla-MRT mit Flexspule
3.4 Szenario 3: Offenes MRT
4. Zurück zum Patienten: Das beste Setup ist das, das funktioniert
Literaturverzeichnis
1. Wenn Routine auf die Realität trifft
Es war eine Routineüberweisung, zumindest auf dem Papier.
Ein 57-jähriger Mann, 112 kg, wurde nach Schmerzen während eines Tennismatches zur MRT des rechten Ellenbogens überwiesen. Der klinische Verdacht lautete laterale Epikondylitis. Eine bekannte Indikation, ein kleines Gelenk, eine Standarduntersuchung.
Eigentlich unkompliziert.
Doch in der MRT ist der Moment, in dem etwas auf dem Terminplan einfach aussieht, oft genau der Moment, in dem die klinische Praxis das Gegenteil beweist.
Der Patient betrat den Untersuchungsraum mit mehr als nur Ellenbogenschmerzen. In seinem Gesicht lag Anspannung, ein gezwungenes Lächeln und jene Frage, die Radiologiefachpersonen gut kennen: «Wie lange dauert es?» Häufig wollen Patienten in Wirklichkeit etwas anderes wissen: Werde ich das da drin durchstehen?
Er hatte zuvor erst eine einzige MRT gehabt, eine Knieuntersuchung, mit den Füssen voran. Diesmal war es anders. Die Lagerung würde anders sein, der Raum würde sich anders anfühlen, und ruhig zu liegen würde ihm nicht leichtfallen.
Plan A war die klassische Superman-Position, technisch naheliegend, aber für diesen Patienten keine Option. Plan B bedeutete, in Rückenlage alles Mögliche auszuschöpfen: den Ellenbogen seitlich am Körper, sorgfältig unterstützt und so nah wie möglich an ein praktikables Setup gebracht. Die Untersuchung begann, doch dann kam die nächste Herausforderung: eine ungleichmässige Fettsuppression. Und kurz darauf jenes vertraute Geräusch, das jede Radiologiefachperson kennt: der Patientenalarm.
Manchmal bedeutet er nichts. Manchmal bedeutet er, dass die Untersuchung vorbei ist.
Ich fuhr ihn heraus und konnte es in seinem Gesicht sehen: Erleichterung, aber auch Enttäuschung. Und so etwas wie Verlegenheit. Er hatte auf engem Raum sein Bestes gegeben, und es hatte nicht funktioniert. Das ist für einen Patienten ein schwieriger Moment, und wie wir darauf reagieren, macht einen Unterschied. Also liess ich mir Zeit. Ich setzte mich zu ihm, sagte ihm, dass er nichts falsch gemacht habe und dass wir noch nicht am Ende seien.
Denn selbst dann ist die Geschichte nicht zwangsläufig zu Ende.
Genau hier wird klinische Flexibilität entscheidend. Eine zuverlässige Ellenbogen-MRT kann bedeuten, die Lagerung zu ändern, die Sequenz anzupassen, zusätzliche Unterstützung zu geben oder eine andere Technologie in Betracht zu ziehen, etwa ein offenes MRT. Der folgende Beitrag bündelt praxisnahe Tipps aus der klinischen Praxis für genau solche Situationen: nicht als ein festes Protokoll, sondern als praktische Ansätze, die radiologischen Teams helfen, sich anzupassen, wenn Routine auf die Realität trifft.
2. Warum die Ellenbogen-MRT anspruchsvoller ist, als sie aussieht
Die Magnetresonanztomographie (MRT) des Ellenbogens spielt bei der Abklärung von Gelenkschmerzen eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht eine umfassende Darstellung der knöchernen Strukturen, des Knorpels, der Muskeln, Sehnen und Bänder sowie der umgebenden Weichteile. Die MRT kommt bei der Beurteilung zahlreicher Pathologien zum Einsatz, darunter Epikondylitis, osteochondrale Läsionen, Frakturen, Luxationen, Nervenkompressionssyndrome, Ödeme der Tuberositas radii und Bursitis bicipitoradialis. Darüber hinaus leistet sie einen wichtigen Beitrag zur präoperativen Planung und postoperativen Beurteilung, insbesondere bei Patienten mit Metallimplantaten (Pazahr et al., 2021).
Trotz ihres diagnostischen Werts kann die Ellenbogen-MRT technisch anspruchsvoll sein. Das Gelenk ist klein und anatomisch komplex, während die interessierenden Strukturen oft eine hohe räumliche Auflösung und präzise Schnittebenen erfordern. Gleichzeitig reagiert die Bildqualität sehr empfindlich auf Patientenlagerung, Spulenwahl, Immobilisierung und Bewegungskontrolle. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Körperbau oder Klaustrophobie können zusätzlich einschränken, was in der Praxis möglich ist. Das bedeutet, dass ein technisch ideales Setup nicht immer klinisch erreichbar ist und dass Radiologiefachpersonen häufig mehr als einen Ansatz benötigen, um diagnostisch verwertbare Bilder zu erhalten (Johnson et al., 2015).
An meinem derzeitigen Arbeitsplatz stehen drei MRT-Systeme zur Verfügung: ein Siemens Healthineers MAGNETOM Skyra mit 3 Tesla, ein MAGNETOM Sola mit 1,5 Tesla, der überwiegend für die kardiale Bildgebung eingesetzt wird, und ein offenes 0,5-Tesla-MRT der Paramed MRI Unit von ASG Superconductors. Jedes System bietet unterschiedliche Vorteile und Grenzen. Bei der Planung oder Anpassung einer Ellenbogen-MRT müssen Faktoren wie Magnetfeldstärke, Hard- und Softwareausstattung, verfügbare Spulen sowie patientenbezogene Aspekte, darunter Körpergrösse, die Fähigkeit ruhig zu liegen, Metallimplantate und Klaustrophobie, berücksichtigt werden (Johnson et al., 2015; Enders et al., 2011).

Abbildung 1: Manuel Conte vor einem Siemens Sola Scanner vor einer Untersuchung.
3. Die Ellenbogen-MRT richtig durchführen: verschiedene Szenarien aus der klinischen Praxis
Sobald die diagnostische Fragestellung klar ist, folgt die praktische Herausforderung: Welches Setup liefert für den Patienten am ehesten zuverlässige Bilder? Bei der Ellenbogen-MRT beruht diese Entscheidung selten allein auf der Bildqualität. Sie hängt ebenso von Schmerzen, Beweglichkeit, Körperbau, verfügbaren Spulen, der Toleranz des Patienten und der Fähigkeit ab, während der gesamten Untersuchung ruhig zu liegen.
3.1 Mit der Unterarmlagerung beginnen
Für optimale Bildgebungsergebnisse wird der Unterarm in der Regel in Supination gelagert, also mit der Handfläche nach oben. Die Supination verringert die Überlagerung von Radius und Ulna und unterstützt eine gleichmässigere anatomische Ausrichtung. Dadurch lassen sich wichtige Strukturen besser darstellen, etwa die distale Bizepssehne an ihrem Ansatz an der Tuberositas radii, das Radiusköpfchen und das Radiokapitellargelenk (Pazahr et al., 2021).
Die ideale Lagerung ist in der klinischen Praxis jedoch nicht immer möglich. Schmerzen, Trauma, Steifigkeit oder eine eingeschränkte Beweglichkeit können verhindern, dass der Patient die Supination über die Dauer der Untersuchung toleriert. In diesen Fällen können eine Pronation mit nach unten gerichteter Handfläche oder eine neutrale Handposition erwogen werden. Eine Pronation kann zudem in ausgewählten Fällen sinnvoll sein, beispielsweise bei Verdacht auf eine Instabilität des Radiusköpfchens.
Entscheidend ist, die bevorzugte anatomische Lagerung zu kennen, aber flexibel zu bleiben, wenn der Patient sie nicht toleriert.

Abbildung 2: Anatomische Darstellung der unterschiedlichen Ausrichtung von Radius und Ulna in Pronation und Supination. Eigene Darstellung; anatomische Grundlage: Kenhub (2023).
3.2 Szenario 1: 3-Tesla-MRT mit Kniespule
Wenn möglich, liefert ein 3-Tesla-System eine ausgezeichnete Bildqualität bei vergleichsweise kurzen Akquisitionszeiten. Das ist bei der Ellenbogenbildgebung besonders wertvoll, da der Patientenkomfort eingeschränkt sein kann und schon kleine Bewegungen die diagnostische Qualität beeinträchtigen. Im Vergleich zu Systemen mit geringerer Feldstärke bietet 3 Tesla ein höheres Signal-Rausch-Verhältnis und eine höhere räumliche Auflösung, was für die Darstellung kleiner anatomischer Strukturen und subtiler Pathologien von Vorteil sein kann (Johnson et al., 2015; Feuerriegel und Sutter, 2024).
Bei Patienten mit Metallimplantaten muss die Magnetfeldstärke jedoch sorgfältig berücksichtigt werden. Sofern verfügbar, kann eine Untersuchung bei 1,5 Tesla gegenüber 3 Tesla vorteilhaft sein, wenn Suszeptibilitätsartefakte reduziert werden sollen, da eine geringere Feldstärke metallbedingte Verzerrungen verringern kann. Die 70 cm weite Öffnung des Siemens Skyra bietet vielen Patienten ausreichend Platz, dennoch kann die Durchführbarkeit durch Körperbau, Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder Klaustrophobie begrenzt sein.
Eine Option an einem 3-Tesla-System ist die Verwendung einer 15-Kanal-Kniespule. Dieses Setup bietet einen deutlichen technischen Vorteil: Im Vergleich zur Flexspule kann die Kniespule ein höheres Signal-Rausch-Verhältnis, eine höhere räumliche Auflösung und kürzere Akquisitionszeiten liefern. Das sind wichtige Vorteile bei der Bildgebung eines kleinen, komplexen Gelenks wie des Ellenbogens.
Die Einschränkung liegt in der Lagerung. Die Kniespule erfordert in der Regel die klassische Superman-Position: in Bauchlage, mit dem betroffenen Arm über den Kopf ausgestreckt. Alternativ kann eine Variante in Seitenlage verwendet werden, die die Supination des Unterarms auf natürliche Weise erleichtert, wie unten abgebildet.

Abbildung 3: Lagerung für die MRT des Ellenbogens in Seitenlage unter Verwendung einer 15-Kanal-Kniespule. Kopfpolster, Sandsack und Kissen stützen den Patienten und stabilisieren Unterarm und Hand.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Lagerung besteht darin, dass sich die Untersuchungsregion nahe am Isozentrum des Magneten positionieren lässt, wo die Homogenität des Magnetfelds optimal ist. Das unterstützt eine wirksamere Fettsuppression, reduziert Artefakte und verbessert die Bildqualität, was bei der Beurteilung von Entzündungen, Frakturen oder Infektionen wichtig ist.
In der Praxis wird die Superman-Position jedoch häufig schlecht toleriert. Sie kann unbequem sein, insbesondere für Patienten mit Schmerzen, eingeschränkter Schulterbeweglichkeit, kräftigerem Körperbau oder Angst. Die Seitenlage kann hier eine Alternative bieten, erfordert ebenfalls eine sorgfältige Abstützung und Stabilisierung. Je länger der Patient Mühe hat, die Position zu halten, desto höher ist das Risiko von Bewegungsartefakten. KI-gestützte Rekonstruktion und Parallelbildgebung können die Akquisitionszeit verkürzen, ersetzen aber nicht eine gute Lagerung und Unterstützung des Patienten.
Deshalb ist eine gute Unterstützung unerlässlich. Sandsäcke, Polster und Immobilisierungshilfen können Ellenbogen, Unterarm und Hand stabilisieren. Nach meiner Erfahrung können die aufblasbaren Lagerungshilfen MULTIPAD Standard von Pearl Technology hier einen spürbaren Unterschied machen, da sie Zwischenräume ausfüllen, die Stabilisierung verbessern und einen effizienteren Lagerungsablauf unterstützen.
3.3 Szenario 2: 3-Tesla-MRT mit Flexspule
Eine 4-Kanal-Flexspule bietet mehr Spielraum bei der Ellenbogen-MRT. Sie kann in der Superman-Position oder in Seitenlage eingesetzt werden, ihr wesentlicher praktischer Vorteil ist jedoch, dass sie auch eine Untersuchung in Rückenlage ermöglicht. Diese ist für den Patienten in der Regel angenehmer und wird im klinischen Alltag besser toleriert.

Abbildung 4: Lagerung für die MRT des Ellenbogens mit einer Flexspule: a) korrekte Lagerung mit dem Ellenbogen nahe am Isozentrum und leicht zur Mitte geneigtem Oberkörper; b) ungünstige Lagerung mit dem Ellenbogen zu weit vom Isozentrum entfernt, was zu einer suboptimalen Bildqualität führen kann.
Diese Flexibilität ist jedoch mit technischen Herausforderungen verbunden. Um die Bildqualität zu optimieren, bleibt eine sorgfältige Lagerung entscheidend. Eine leichte Neigung des Patienten zur Mitte der Öffnung sowie Lagerungshilfen wie Polster, Sandsäcke und Gurte können helfen, den Ellenbogen näher an das Isozentrum zu bringen. Das ist besonders in Rückenlage wichtig, in der der Ellenbogen naturgemäss weiter vom Zentrum des Magneten entfernt liegt.
Auch die Sicherheit muss beachtet werden. Wird der Patient zur Seite verlagert, sollten MR Safety Pads einen direkten Kontakt zwischen Patient und Gantry verhindern. Die Spule sollte sicher um den Ellenbogen gelegt werden, und die Spulenkabel müssen so positioniert werden, dass sie keinen direkten Hautkontakt haben, um das Verbrennungsrisiko zu verringern.
Trotz dieser Anpassungen kann der Durchmesser der Öffnung ein begrenzender Faktor bleiben, insbesondere bei Patienten mit hohem Body-Mass-Index (BMI). In diesen Fällen ist eine optimale Lagerung an einem konventionellen Scanner möglicherweise nicht erreichbar.
Auch bei der Bildqualität sind Kompromisse möglich. Im Vergleich zu einer dedizierten Spule oder einer Spule mit mehr Kanälen kann eine 4-Kanal-Flexspule ein niedrigeres Signal-Rausch-Verhältnis und eine geringere räumliche Auflösung liefern (Johnson et al., 2015). Neuere KI-gestützte Rekonstruktionsverfahren können einige dieser Einschränkungen teilweise ausgleichen, indem sie die Bildqualität trotz geringeren Signals verbessern.
Eine weitere wichtige Herausforderung ist die Fettsuppression. In Rückenlage liegt der Ellenbogen oft weiter vom Isozentrum entfernt, was Inhomogenitäten der B₀- und B₁-Felder verstärken kann. Dies kann zu einer ungleichmässigen spektralen Fettsuppression und vermehrten Artefakten führen. In solchen Fällen sind robustere Verfahren zur Fettsuppression vorzuziehen, etwa Inversion-Recovery- oder Dixon-basierte Methoden, da sie weniger empfindlich auf Feldinhomogenitäten reagieren und eine gleichmässigere Fettsuppression bei muskuloskelettalen Untersuchungen ausserhalb des Isozentrums ermöglichen (Omoumi, 2022).
Kurz gesagt: Die Flexspule ist häufig die patientenfreundlichere Option, sie erfordert jedoch eine sorgfältige Lagerung, gutes Sicherheitsbewusstsein und in manchen Fällen angepasste Sequenzen, um zuverlässige diagnostische Bilder zu erhalten.
3.4 Szenario 3: Offenes MRT
Ein offenes MRT kann eine wertvolle Alternative für Patienten sein, die unter Klaustrophobie leiden, einen kräftigeren Körperbau haben oder ein konventionelles Hochfeldsystem nicht tolerieren. Einer seiner wesentlichen Vorteile ist die Möglichkeit, Patienten im Sitzen zu untersuchen. Das schafft mehr Platz, reduziert Ängste und lässt die Untersuchung leichter bewältigbar erscheinen.
Ein offenes MRT beseitigt jedoch nicht alle Herausforderungen der Lagerung. Der Ellenbogen muss weiterhin zentral in der Spule positioniert werden, was je nach Schmerzen, Beweglichkeit und Körperproportionen schwierig bleiben kann. In der klinischen Praxis kann das Ausstrecken des Arms für die bestmögliche Spulenposition bei manchen Patienten Schulterbeschwerden verursachen, was die Toleranz einschränken und die Genauigkeit der Lagerung beeinträchtigen kann.
Kleine Anpassungen können einen erheblichen Unterschied machen. Polster, eine seitliche Ausrichtung des Patienten, die Anpassung der Stuhlposition und feine Änderungen der Körperneigung können Komfort und Stabilität während der Untersuchung verbessern. Wie bei der Hochfeldbildgebung bleiben die Supination des Unterarms und die Immobilisierung für die Bildqualität wichtig.
Dedizierte Handgelenk-Ellenbogen-Spulen sind in der Regel zu bevorzugen, bei Bedarf kann jedoch auch eine Kniespule verwendet werden. Aufblasbare Lagerungshilfen wie die MULTIPAD-Systeme von Pearl Technology können helfen, das Setup an die Anatomie des Patienten anzupassen, Zwischenräume auszufüllen und die Stabilität zu verbessern.

Abbildung 5: Lagerung für die MRT des Ellenbogens im Sitzen an einem offenen MRT-System: a) anteriore Positionierung mit einer Kniespule; b) seitliche Positionierung mit einer dedizierten Ellenbogenspule.
Der wesentliche Kompromiss betrifft die Feldstärke. Ein offenes 0,5-Tesla-System bietet nicht dasselbe Signal-Rausch-Verhältnis und nicht dieselbe räumliche Auflösung wie ein Hochfeldscanner. Dennoch können neuere KI-gestützte Rekonstruktionsverfahren die Bildqualität verbessern, indem sie das Rauschen reduzieren und die räumliche Auflösung erhöhen. In der klinischen Praxis können KI-basierte Verfahren zudem die Untersuchungszeiten verkürzen und längere Untersuchungen für Patienten verträglicher machen.
Für ausgewählte Patienten ist ein offenes MRT daher möglicherweise kein Kompromiss, sondern der Ansatz, der eine diagnostische Bildgebung überhaupt erst möglich macht.
4. Zurück zum Patienten: Das beste Setup ist das, das funktioniert
Zurück zum Patienten vom Anfang.
Die Untersuchung im konventionellen Scanner wollte an diesem Tag nicht gelungen. Die erste Lagerung war nicht tolerierbar, das zweite Setup war an seine Grenzen gestossen, und der Patientenalarm hatte die Untersuchung beendet, bevor die klinische Frage beantwortet war.
Doch es blieb noch eine Option.
Im Terminplan des offenen MRT hatte sich eine Lücke aufgetan. Ich erklärte ihm, was das bedeuten würde: ein anderes System, eine sitzende Position, mehr Platz, ein offeneres Raumgefühl und ein Setup, das er tatsächlich tolerieren könnte.
Und diesmal funktionierte es.
Mit sorgfältiger Polsterung, die seinen Arm stützte und ihm half, ruhig zu bleiben, verlief die Untersuchung reibungslos. Er war ruhig. Er bewegte sich nicht. Die Bilder waren nach 3-Tesla-Massstäben nicht perfekt, aber sie waren diagnostisch verwertbar. Sie beantworteten die klinische Frage.
Am Ende bedankte er sich, nicht rasch im Hinausgehen, sondern bewusst. Für die Geduld, dafür, nicht aufgegeben zu haben, und dafür, dass er sich wichtig genommen fühlte.
Das ist die Lehre daraus.
Die Ellenbogen-MRT kennt kein einziges perfektes Setup. Die Anatomie ist komplex, die Lagerung anspruchsvoll, und jeder Patient bringt etwas anderes mit. Entscheidend ist die Fähigkeit, mitzudenken, sich anzupassen und ruhig zu bleiben, wenn der erste Plan nicht aufgeht.
Denn zuverlässige Bildgebung entsteht nicht durch den Scanner allein. Sie entsteht durch Vorbereitung, Kommunikation, Technologie und die Bereitschaft, die Untersuchung an den Menschen auf dem Tisch anzupassen.
Literaturverzeichnis
Schinnerl, C., Weber, M. A., Benninger, E., Fischer, T. S. und Falkowski, A. L. (2024) ‚MRI of the Elbow – Update 2024‘, Rofo, 197(09), S. 903–912.
Johnson, D., Stevens, K. J., Riley, G., Shapiro, L., Yoshioka, H. und Gold, G. E. (2015) ‚Approach to MRI of the Elbow and Wrist: Technical Aspects and Innovation‘, Magnetic Resonance Imaging Clinics of North America, 23(3), S. 355–366.
Pazahr, S., Sutter, R. und Zubler, V. (2021) ‚MRI of the Elbow: How to Do It‘, Seminars in Musculoskeletal Radiology, 25(04), S. 538–545.
Kenhub (2023) Pronation and supination of the forearm. Verfügbar unter: https://www.kenhub.com/en/library/anatomy/pronation-and-supination (abgerufen am 3. April 2026).
Nguyen, B. (2022) MRI ELBOW IMAGING – How I Do It. Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=w2r5wR1VSLc (abgerufen am 12. April 2026).
Feuerriegel, G. C. und Sutter, R. (2024) ‚Managing hardware-related metal artifacts in MRI: current and evolving techniques‘, European Radiology, online veröffentlicht am 21. Februar 2024. https://doi.org/10.1007/s00330-024-10545-1
Enders, J., Zimmermann, E., Rief, M., et al. (2011) Reduction of claustrophobia during magnetic resonance imaging: methods and design of the ‚CLAUSTRO‘ randomized controlled trial. BMC Medical Imaging, 11, 4. https://doi.org/10.1186/1471-2342-11-4
Omoumi, P. (2022) ‚The Dixon method in musculoskeletal MRI: from fat-sensitive to fat-specific imaging‘, Skeletal Radiology, 51(7), S. 1365–1369. https://doi.org/10.1007/s00256-021-03950-1
